WASSERHÄUSCHEN.de

20.09.2003

Was zur Hölle ist ein Wasserhäuschen?

Eine "offizielle" Meinung:

Was in anderen Städten schlicht Kiosk oder Trinkhalle heißt, hat in Frankfurt eine eigenen und besonderen Stellenwert. Das Wasserhäuschen ist nicht nur fester Stammplatz für arbeitslose Alkoholiker, sondern oft bis 23 Uhr geöffnet auch Shop für alle, die erst nach Geschäftsschluß einkaufen können.

Gefunden bei inside-city.de

Meines Erachtens dokumentiert die Wortschöpfung "Wasserhäuschen" den subtilen Umgang des Frankfurters mit der Deutschen Sprache. Denn während man in Bochum, Essen und Hamburg mit dem Ausspruch "Ich gehe mal zur Trinkhalle" seinem Gesprächspartner unmißverständlich zu verstehen gibt, dass man sich gehörig einen hinter die Birne kippen will, ist die Lage in Frankfurt zweideutig.

Wasserhäuschen hört sich einfach harmloser an. Der Ortsfremde interpretiert möglicherweise den Gang auf eine öffentliche Bedürfnisanstalt oder den Kauf eines Kasten Mineralwassers. Und wer will schon wegen einer solchen Nichtigkeit extra nachfragen und sich als Nicht-Frankfurter outen? Durch diese geniale Wortkonstruktion schlägt der Frankfurter also zwei Fliegen mit einer Klappe:
- Er muss nicht lügen, wenn er bereits am frühen Nachmittag einen picheln will,
- und er genießt weiterhin ein hohes Ansehen bei allen Anti-Alkoholikern der restlichen Republik!

Wasserhäuschen an der Hellerhofstrasse

Auch schön:

Auch Wichtisch!